Skip to content
20.09.2022 Uncategorized

Schmerztherapie bei Kindern

Schmerztherapie bei Kindern
Eine Kinderkrankenpflegerin unterwegs mit einem chronisch kranken Kind.

Eine Gratwanderung zwischen Leiden und Linderung

Kinder und Jugendliche, die lebensverkürzend erkrankt sind, leiden oft unter starken Schmerzen. Unruhe, Schlafprobleme oder Verdauungsstörungen sind häufige Folgeerscheinungen und schränken die Lebensqualität massiv ein. Die Erfassung und Linderung dieser Schmerzen gehört daher zu den größten und wichtigsten Aufgaben unserer Pflegefachkräfte. Im Rahmen einer Schmerztherapie können wir durch gezielte Maßnahmen Abhilfe verschaffen und unseren Patient/innen in ihrer letzten Lebensphase ein Stück Lebensfreude zurückgeben.

Kinderkrankenpflegerin / Stellv. Pflegedienstleitung / PainNurse / Palliative Care / Praxisanleiterin (ambulant) Martina Queisser

Martina Queisser arbeitet seit 15 Jahren in der ambulanten Kinderkrankenpflege Sterntaler. Nach ihrer Ausbildung zur Kinderkrankenschwester hat sie ihren Beruf in verschiedenen Einrichtungen ausgeübt. Der Wunsch, nahe am Kind zu arbeiten, führte sie in den ambulanten Bereich des Kinderhospiz Sterntaler. Hier betreut sie (schwer-)kranke Kinder in ihrem häuslichen Umfeld. Zudem ist sie seit zehn Jahren stellvertretende Pflegedienstleitung der ambulanten Kinderkrankenpflege. Durch ihre Weiterbildung zur PainNurse und Palliative Care Fachkraft für Kinder kann sie Schmerzpatient/innen fachgerecht betreuen.

Eine Schmerztherapie ist mehr als das Verabreichen von Medikamenten

Die Schmerztherapie ist ein bedeutender Teil der Palliativversorgung. Sie ist immer dann notwendig, wenn chronische oder akute Schmerzen so stark werden, dass die Lebensqualität der Patient/innen eingeschränkt wird. Die Behandlung ist sehr individuell und richtet sich nach Stärke, Art und Lokalisation der Schmerzen. Schmerztherapie beschränkt sich nicht nur auf die medikamentöse Behandlung, sondern auch die sozialen, geistigen und emotionalen Bedürfnisse der erkrankten Kinder und Jugendlichen müssen berücksichtigt werden. Sie benötigen vor allen Dingen Ruhe sowie eine fürsorgliche pflegerische und ärztliche Versorgung. Neben dem Verabreichen von schmerzlindernden Medikamenten kann die Therapie durch verschiedene Maßnahmen unterstützt werden:

  • Körperliche Nähe
  • Aromapflege
  • Warme Bauchwickel, Wärmflaschen oder Kirschkernkissen bei Bauchschmerzen
  • Massage
  • Akupunktur
  • Lagerungswechsel
  • Ablenkung durch Vorlesen o. ä.

Manchmal kann das bereits Linderung schaffen – und eine Gabe von Medikamenten ist nicht immer notwendig.

Eine Kinderkrankenschwester betreut ein krankes Kind.

Eine wichtige Schlüsselrolle haben unsere Pflegekräfte, die eine spezielle Ausbildung zur PainNurse haben. Sie sind in der Durchführung einer Schmerztherapie ein wichtiges Bindeglied zwischen den Betroffenen und den Ärzt/innen.

SAPPV-Teams unterstützen unsere ambulanten Pflegefachkräfte in der Schmerztherapie

SAPPV-Teams sind multiprofessionelle Teams zur spezialisierten ambulanten pädiatrischen Palliativversorgung. Das ambulante Palliativteam sorgt gemeinsam mit Kinderärzten und unseren Pfleger/innen dafür, dass lebensverkürzend erkrankte Kinder zu Hause eine spezialisierte Versorgung erhalten. Gemeinsam mit ihrer Unterstützung können wir den Wunsch vieler Familien erfüllen, dass ihre erkrankten Kinder auch in der Geborgenheit ihrer eigenen vier Wände versorgt werden. Diese Möglichkeit mindert die Belastungen und Ängste der Kinder. Die SAPPV-Teams helfen, wenn unsere Pflegefachkräfte Unterstützung benötigen und können Rezepte für Medikamente ausstellen.

Wie wir Schmerzen identifizieren

Kindern fällt es oft schwer, Schmerzen richtig zu lokalisieren und auszudrücken, was sie fühlen. Sind sie kognitiv eingeschränkt, wird dies noch zusätzlich erschwert. Wenn ein Kind weint, unruhig ist oder auffällige Veränderungen in seinem Wesen zeigt, sind dies für uns jedoch immer erste Anzeichen dafür, dass es Schmerzen hat. Eine falsche oder unnötige Behandlung müssen wir natürlich verhindern. Deshalb betrachten wir zuerst die Grunderkrankung des Patienten. Für die genaue Bestimmung des Schmerzniveaus nutzen unsere Pflegefachkräfte sogenannte Schmerzassessments. Dabei werden Schmerzen mithilfe von Skalen und Messinstrumenten eingeschätzt und beurteilt. Eine dieser Skalen ist die Smiley-Skala.

Eine visuelle Analogskala: Smileys zeigen die Intensität von Schmerzen an.

Hier zeigen die Kinder und Jugendlichen selbst auf das entsprechende Smiley, um ihr Befinden mitzuteilen. Bei kleinen oder kognitiv eingeschränkten Kindern gibt es spezielle Skalen, bei denen z. B. die Körperhaltung, Mimik, Weinen etc. beurteilt und bepunktet werden. So kann die Medikation auf den Ablauf der Schmerztherapie anpassen werden.

Das Ziel einer Schmerztherapie ist es, den Kindern und Jugendlichen Lebensqualität zu geben. Trotz Erkrankung am Familienleben teilnehmen, zur Schule gehen oder sich noch einen Wunsch erfüllen – ohne eine adäquate Schmerztherapie wäre dies oft nicht möglich.

Der intensive Austausch mit den Eltern ist ein wichtiger Bestandteil der Schmerztherapie

Niemand kennt die Bedürfnisse und Wünsche unserer Patient/innen besser als die Eltern und Bezugspersonen. Durch den ständigen Kontakt zu ihnen und dem Kind können unsere Pflegefachkräfte – oder die zuständige Ärztin bzw. der zuständige Arzt – die verschiedenen Medikamente und Dosierungen genauestens aufeinander abstimmen. Das hilft, für jedes Kind, jeden Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine individuelle und ausreichende Schmerztherapie zu entwickeln – denn jede/r von ihnen hat ganz eigene Ansprüche. Unsere Mitarbeitenden haben langjährige praktische Erfahrung und tauschen sich regelmäßig intensiv aus. So können wir eine optimale Schmerztherapie gewährleisten.

Möchten auch Sie Teil des Sterntaler-Teams werden? Dann schauen Sie bei unseren aktuellen Stellenanzeigen vorbei.
Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

[job-postings]

Das könnte Sie auch interessieren

May 21, 2026 Uncategorized

Möbelhaus Müller – Zusammenhalt ist Notwendigkeit

Zusammenhalt ist heute kein Ideal mehr, sondern eine Notwendigkeit. Genau aus diesem Bewusstsein heraus hat sich das Team von Möbelhaus und Schreinerei Müller gefragt, wie wir einen echten Beitrag leisten können – dort, wo Unterstützung gebraucht wird. Für das Kinderhospiz Sterntaler haben unsere Handwerker eine Kufenwiege sowie eine Rundwiege aus massivem Buchenholz aus unserem Sortiment…
mehr erfahren
May 21, 2026 Uncategorized

Held Center Landau mit toller Spendenaktion wieder erfolgreich für das Kinderhospiz Sterntaler am Wirken

Am Aktionswochenende des 28. und 29. März stand im Held Center Landau alles im Zeichen der Unterstützung für das Kinderhospiz Sterntaler in Dudenhofen. Mit großem Engagement und tatkräftiger Hilfe der Riding Santas wurde eine Spendenaktion organisiert, die bei Besucherinnen und Besuchern auf große Resonanz stieß. Durch einen liebevoll vorbereiteten Kuchenverkauf sowie eine Tombola konnte die…
mehr erfahren
May 21, 2026 Uncategorized

Zweiburgenschule Grundschule Weinheim, Kinder, Eltern, Lehrer und helfende Hände unterstützten Kinderhospiz Sterntaler

Die Einnahmen unserer Weihnachtsmärkte 2024 und 2025 waren für einen besonderen Zweck bestimmt: Unsere Schülerinnen und Schüler hatten gemeinsam in einer Sitzung der Schülermitverantwortung (SMV) beschlossen, einen Teil des Erlöses an das Kinderhospiz Sterntaler zu spenden. Am Freitag, den 13. März 2026, war es so weit. Im Rahmen eines Familiennachmittags der Sterntaler wurde die Spende…
mehr erfahren

Jetzt spenden oder Mitglied
bei Sterntaler werden

Schenken Sie Unterstützung, die ankommt. Mit Ihrer Spende oder als Mitglied unterstützen Sie unsere Arbeit und helfen, für Familien da zu sein, wenn sie es am meisten brauchen.